Der Begriff Retrospektive wurde insbesondere durch Scrum populär, wenngleich der Ursprung von Retrospektiven gar nicht im Scrum liegt. Schon zum Agilen Manifest wurden zwölf Prinzipien beschrieben, deren zwölftes lautet:

At regular intervals, the team reflects on how to become more effective, then tunes and adjusts its behavior accordingly.

In regelmäßigen Intervallen reflektiert das Team darüber, wie es effektiver wird, und gleicht sein Verhalten entsprechend an.

Retrospektiven verfolgen genau dies: regelmäßig zu überlegen, was besser laufen könnte im Team. Retrospektiven verbessern somit die Zusammenarbeit im Team und somit das Team selbst.

Retrospektiven sind klassisch vielleicht eher unter Lessons Learned bekannt und eignen sich nicht nur für agile Software-Entwicklung, sondern für jede Art von Zusammenarbeit im Team.

Als Moderator einer Retrospektive stehen Sie vielleicht vor der Frage, wie eine solche Sitzung am besten durchzuführen ist. Wie bekommt man die Teilnehmer dazu, Punkte zu identifizieren, die nicht gut laufen oder die noch verbessert werden können? Wie schafft man eine Atmosphäre, die eine offene Kommunikation erlaubt? Wie dokumentiert man die Punkte und leitet daraus konkrete Maßnahmen ab?

Nach dem Buch von Derby und Larsen Agile Retrospectives – Making Good Teams Great lässt sich eine Retrospektive in fünf Phasen gliedern.

  1. Ankommen (Set the stage) · 5%
  2. Daten sammeln (Gather data) · 30-50%
  3. Einsichten erzeugen (Generate insights) · 20-30%
  4. Entscheidungen treffen (Decide what to do) · 15-20%
  5. Retrospektive abschließen (Close the retrospective) · 10%

Damit haben Sie schon mal einen groben Rahmen. Die Prozentwerte geben einen Hinweis auf die zeitliche Dauer der Phase innerhalb der gesamten Sitzung.

Ich werde in nachfolgenden Artikeln auf diese Phasen eingehen.

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