Wie stehen Sie zur Krise? Hat Sie sie voll erwischt? Machen Sie schon Kurzarbeit oder bangen Sie gar um Ihren Arbeitsplatz? Die Zeiten sind hart, aber wie wirkt sich das auf die Prozessverbesserungs-Aktivitäten aus? Da könnte man doch meinen, wo nun die Aufträge schwinden, hat man genügend Ressourcen zur Verfügung, um endlich mal die Dinge zu verbessern, die in der Vergangenheit so oft so schief liefen. Und doch denkt man gerade in schlechten Zeiten nicht unbedingt zuerst an Prozesse, denn mit denen verdient man ja schließlich kein Geld. Oder doch?

Ich denke, es macht gerade in solchen Zeit Sinn, Verbesserungs-Initiativen zu starten. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Wie eingangs erwähnt, sind Mitarbeiter evtl. eher verfügbar, wenn die Auftragslage schlecht ist. Jetzt hat kann man den einen oder anderen fähigen Mitarbeiter dazu bewegen, an Prozessverbesserung mitzuarbeiten, den man sonst nie bekommen hätte, da er sowieso schon total überlastet war.
  • Die Motivation der Mitarbeiter kann man dahin lenken, dass sie nun am ehesten einsehen, dass sich etwas ändern muss, um aus der Krise heraus zu kommen. Sie einzubeziehen zeigt ihnen, dass sie wichtig sind und man sie halten will. Gemeinsam gestärkt aus der Krise könnte das Motto lauten, dem alle folgen.
  • Auch das obere Management weiß, dass es etwas tun muss, und Prozessverbesserung könnte da einen wichtigen Teil der Strategie ausmachen. Überzeugungsarbeit leistet man hier am besten mit Zahlen.

Natürlich gilt auch in Krisenzeiten alles, was sonst gilt, um Veränderung herbeizuführen, etwa: Probleme von den Akteuren selbst identifizieren lassen, alles in kleinen Schritten umsetzen, aber den Blick auf das große Ganze lenken und jede Änderung pilotieren, schulen und strukturiert ausrollen.

Wie läuft’s bei Ihnen? Werden die Prozessverbesserungs-Aktivitäten in schlechten Zeiten eher hoch- oder runtergefahren?