Linda Northrop

Linda Northrop

Linda Northrop ist Director des Research, Technology and System Solutions Program am SEI. Sie leitet in dieser Funktion die Arbeit an den Themen Architektur-zentrierte Entwicklung, Software-Produktlinien, Systems-of-Systems und Ultra-Large-Scale Systems. Über letzteren Punkt sprach sie als Keynote Speaker auf der SEPG Europe 2010.

Es gibt einen Trend zu Ultra-Large-Scale Systems, auch wenn ich mir persönlich noch nie Gedanken gemacht habe, dass es solche System überhaupt gibt. Es ist auch nicht entscheidend festzulegen, welche Systeme nun groß und welche riesengroß sind. Aber sie sind bereits überall vertreten.

Das Software Engineering Institute (SEI) führte eine Studie durch im Auftrag der US Army. Dort wurde charakterisiert, was eigentlich Ultra-Large-Scale bedeutet. Nun, im Grunde zeichnet diese System eine bestimmte Undurchsichtigkeit aus. Unüberschaubare Lines of Code, Datenspeicherung oder -verarbeitung, Anzahl Verbindungen, Hardware-Elemente, Prozesse, Interaktionen oder involvierter Benutzer.

Das Resultat der Studie sagte im Grunde, dass herkömmliches Engineering oder auch agile Ansätze nicht funktionieren werden beim Entwickeln von ULS Systems. ULS Systems haben keine zentrale Authorität, niemandem gehört das ganze System. Insofern funktionieren auch zentral gelenkte Prozesse nicht. Gedanklich muss man eher an Ökosysteme denken.

Sehr schön fand ich den folgenden Vergleich: Wir können mit unseren herkömmlichen Methoden Gebäude bauen, auch komplexe Gebäude, aber Ultra-Large-Scale Systems sind in diesem Bild eher zu vergleichen mit einer Stadt. Eine Stadt ist mehr als nur eine Ansammlung von Gebäuden. Da gibt es eine Infrastruktur, Feuerwehr, Polizei und Müllabfuhr, Telekommunikation, ein soziales System.

Paul Nielsen lädt zum Dinner

Paul Nielsen lädt zum Dinner

Mit Porto hatte das Software Engineering Institute (SEI) eine wirklich nette Location gewählt für die diesjährige SEPG Europe, die europäische Konferenz für Prozessverbesserung nach CMMI. Die zweit-größte Stadt Portugals ist Namensgeber ihres Landes und bekannt durch den Portwein. Zahlreiche Weinkellereien reihen sich am Ufer des Flusses Douro.

Als besonderes Highlight wurde für alle Teilnehmer und Gäste (einige flogen Ihre Partner ein) am Mittwoch-Abend ein Bootsausflug auf dem Douro veranstaltet, der schließlich bei der Kellerei Taylor’s endete mit einer kurzen Führung und anschließendem Dinner. Die Terrasse bot einen fantastischen Blick über die Altstadt von Porto an der anderen Uferseite.

Die Konferenz selbst fand in der Universität von Porto statt, genauer an der Engineering-Fakultät. Zahlreiche leerreiche Vorträge, Networking zwischen Prozessexperten aus Europa und den USA und interessante Keynote Speaker machten auch die diesjährige SEPG zu einem Highlight. Nächstes Jahr geht es nach Dublin (Irland) unter dem Thema Power the process.

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Software Quality Systems (SQS), nach eigenen Angaben größter unabhängiger Anbieter von Software-Test- und Qualitätsmanagement-Dienstleistungen, bietet neuerdings ein fünftägiges Seminar mit Zertifikat zum Software Process Improvement (SPI) Manager. Interessant dabei ist, dass der Trainingsinhalt auf den Grundsätzen des SPI Manifests basiert (siehe Artikel SPI Manifest).

Auf der Website der SQS-Gruppe heißt es: Trainingsinhalt ist u.a. das SPI Manifesto, der Einsatz von Prozessmodellen (CMMI®, ITIL, Test SPICE etc.), der Einsatz von Lebenszyklusmodellen (V-Modell®, RuP, Agile Vorgehensweisen u.a.), der Einsatz von Beschreibungsmodellen (BPMN, EPK, Swimlane etc.), die Management-Anforderungen an Prozesse, Kultur und Motivation bei der Umsetzung von Veränderungen, Effektiver Rollout von Prozessen, Planung und Umsetzung von Prozessverbesserungsvorhaben.

Das ECQA-Projekt definiert Kriterien und Richtlinien für die Definition von Zertifikaten im europäischen Raum. Insofern ist davon auszugehen, dass das Zertifikat qualitativ einem festgelegten Standard folgt; die Richtlinien stehen auf der ECQA-Website zum Download zur Verfügung.

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